Stimmt so! Ist das Trinkgeld immer steuerfrei?

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Muss man eigentlich das Trinkgeld in Deutschland versteuern? In der Regel – nein. Das gilt ausschließlich nur, wenn das Geld der Arbeitnehmer beziehungsweise der angestellten Kellner bekommt. Das Trinkgeld an den Arbeitgeber (Gastronom) gehört zu den Betriebseinnahmen und muss versteuert werden. In diesem Fall erfassen Gastronomen das Trinkgeld im Kassenbuch.  

Wer bekommt das Trinkgeld?Steuerfrei?
ArbeitgeberNEIN
ArbeitnehmerJA

In diesem Fall verweist man auf das Einkommensteuergesetz (§ 3 Nr. 51 EstG).

„Steuerfrei sind Trinkgelder, die anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für diese Arbeitsleistung zu zahlen ist“.

Einkommensteuergesetz (§ 3 Nr. 51 EstG)

Trunkgeld im Mittelalter: „kleinere Geldsumme zum Vertrinken“

Das Trinkgeld existierte schon vor vielen hundert Jahren, im späten Mittelalter. Man nannte es aber ein wenig anders, nämlich Trinkgelt, Trankgeld oder noch Trunkgeld. „Du kannst dir einen Trunk gönnen“, – meinte nach dem leckeren Essen der Trinkgeldgeber. Tatsächlich bedeutete das, dass das Geld auf das Wohl des Trinkgeldempfängers vertrunken werden konnte. Im großen Wörterbuch der Brüder Grimm (1854) findet man Informationen, dass es „Trinckgeld“ schon im 14. Jahrhundert gab. In diesem Werk wird das Wort folgendermaßen definiert:

„Kleinere Geldsumme für außer der Regel geleistete Dienstverrichtung, ursprünglich zum Vertrinken (bibale), auch Biergeld genannt“.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

Was bedeutet das Trinkgeld heute? Muss man es versteuern? Kann man irgendwie die Höhe der Belohnung beeinflussen? Die Antworten auf diese Fragen findest du in diesem Blogbeitrag.

Das Trinkgeld heute: ein Geschenk aus Dankbarkeit

Das deutsche Gesetz definiert den Begriff „Trinkgeld“ unmissverständlich.

„Trinkgeld ist ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt“.

§ 107 Absatz 3 Gewerbeordnung

Das Hauptwort hier ist „zusätzlich“. Das heißt: der Gast bezahlt freiwillig eine zusätzliche Leistung. Anders ausgedrückt: er gibt dem Kellner ein Geschenk aus Dankbarkeit. Solche Belohnung wird nicht als Gehalt ausgezahlt.

Trinkgeldpool

Ist das fair, dass das Trinkgeld nur die Kellner bekommen? So eine Frage kommt nicht selten in der Gastronomie. Die Bereitschaft der Kunden, eine großzügige Vergütung nach dem Essen zu hinterlassen, wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Wie schnell wurden die Speisen vorbereitet? Hat es dem Gast geschmeckt? Das alles liegt in der Verantwortung des Küchenpersonals. Um niemanden zu beleidigen, wird das Trinkgeld in einigen Restaurants vom Besitzer oder Manager in einem Trinkgeldpool gesammelt. Später, am Ende der Schicht oder des Monats, werden die gesammelten Beiträge gleichmäßig unter allen Mitarbeitern aufgeteilt.

Wichtig! Aus rechtlicher Sicht darf der Arbeitgeber den Angestellten zur Abgabe des Trinkgeldes nicht zwingen. Das bedeutet, dass die Entscheidung über den Umgang mit solchen Belohnungen nur in Einstimmung mit den Mitarbeitern getroffen werden kann.

Zwangstrinkgeld

Man sollte, muss aber nicht! So lautet die Faustregel zum Trinkgeld in Deutschland. Jeder Kunde entscheidet selbst, ob er den Kellner oder den Koch honoriert. Wie groß ist eigentlich das Zeichen der Zufriedenheit? Die Belohnung von ungefähr 5 bis 10 Prozent der Rechnungssumme gilt in Deutschland als angemessen. Grundsätzlich sind aber die Gäste nicht verpflichtet, ein Trinkgeld zu hinterlassen.

Wie kann man das Trinkgeld erhöhen?

Kann man die Höhe des Trinkgelds irgendwie beeinflussen? Die Hauptwaffe des Kellners ist selbstverständlich das Lächeln. Es gibt aber noch andere funktionierende Methoden. Das Forschungsteam der Hochschule Fresenius in Hamburg hat beispielsweise eine Studie zur Auswirkung eines Geschenks auf die Höhe des Trinkgelds durchgeführt.

Sie fanden heraus, dass die Kunden signifikant das Trinkgeld erhöhen, wenn sie ein Gratisgetränk (Ouzo) vom Restaurant bekommen. Besonders großzügig waren die Teilnehmer der Studie, die das Geschenk mit der Rechnung erhalten haben. Aufs Haus könnte man auch eine Kugel Eis oder ein süßes Dessert anbieten. Die Regel lautet also:

Ein kleines Präsent aufs Haus erhöht das Trinkgeld!

Wissenschaftler in den Niederlanden haben durch Studien Folgendes belegt. Kellner bekommen mehr Trinkgeld, wenn sie am Tisch laut wiederholen, was die Gäste bestellt haben. Die Maxime klingt:

Wiederholen der Bestellung bringt mehr Trinkgeld!

Das Trinkgeld finanzkonform dokumentieren

Wusstest du, dass das 3POS-Kassensystem eine Funktion hat, die den Umgang mit dem Trinkgeld grundsätzlich leichter macht. Dank dieses Moduls hat dein Steuerberater immer saubere und finanzkonforme Daten zur Verfügung. Du als Gastronom kannst außerdem kontrollieren, wie die Gäste den Service in deinem Restaurant (Café, Bar) einschätzen. Noch mehr nützliche Informationen findest du auf hilfe.3pos.de.

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