Hinter den Kulissen im Indoor-Spielplatz Molli Bär: Digitaler Relaunch im Interview

Dr. Jan-Willem Olliges und Ermioni Kalamaras zum Relaunch im Indoor-Spielplatz Molli Bär
Lesedauer: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2026

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Wer die riesige Halle von Molli Bär im niedersächsischen Molbergen betritt, taucht sofort in eine Welt voller Kinderlachen und Dschungel-Feeling ein. Seit über zwei Jahrzehnten ist der Indoor-Spielplatz ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Doch die spannendste Entwicklung spielt sich derzeit hinter den Kulissen ab. Zum 1. Januar 2026 hat die nächste Generation den Familienbetrieb übernommen und direkt einen digitalen Kraftakt gewagt, vor dem viele Unternehmen im laufenden Betrieb zurückschrecken: einen kompletten Systemwechsel an nur einem einzigen Vormittag. Wo vor Kurzem noch analoge Handzettel und dicke Ordner den Alltag bestimmten, läuft heute alles über eine moderne Cloud-Plattform – von
automatisierten Geburtstagsbuchungen bis zum Gastronomie-Kassensystem.

Wie dieser Wechsel funktioniert und wie die neue Kassen- und Online-Ticketing-Software den Relaunch im Herbst unterstützt, verraten Geschäftsführer Dr. Jan-Willem Olliges und Vertriebsspezialistin Ermioni Kalamaras im Gespräch.

Dr. Jan-Willem Olliges und Ermioni Kalamaras zum Relaunch im Indoor-Spielplatz Molli Bär
Dr. Jan-Willem Olliges und Ermioni Kalamaras (Vertrieb) zum digitalen Relaunch im Indoor-Spielplatz Molli Bär. Foto: Molli Bär

Am 3. Oktober feiert Molli Bär seinen 21. Geburtstag. Könnt ihr uns kurz mit auf diese Zeitreise nehmen und die Geschichte dahinter erzählen? Was waren die großen Meilensteine in diesen zwei Jahrzehnten?

Dr. Jan-Willem Olliges: Alles begann im Jahr 2005. Meine Familie besaß damals eine ungenutzte, recht große Halle in meinem Heimatort Molbergen, eine der kinderreichsten und jüngsten Gemeinden Deutschlands – gelegen im Landkreis Cloppenburg, im Oldenburger Münsterland. Mein Vater hatte eine einfache, aber geniale Vision: Wir leben hier in einer oft verregneten Region in Norddeutschland, umgeben von unzähligen jungen Familien. Inspiriert von erfolgreichen Konzepten aus den Niederlanden beschloss er, diese Halle in ein Spieleparadies zu verwandeln. Der Name war schnell gefunden: Molli-Bär, angelehnt an unseren Heimatort Molbergen.

Das gesamte Jahr 2005 wurde mit unglaublich viel Herzblut, Fantasie und handwerklichem Geschick gewerkelt und gestaltet. Im Oktober konnten wir schließlich die Tore zu unserer Abenteuerwelt öffnen. Schon bald folgte der nächste große Meilenstein: Wir haben den Außenbereich erschlossen und um eine riesige Piratenburg, ein Wasserbecken mit Aquapaddlern Beach-Volleyball und Beach-Soccer Feldern und Außenterrasse erweitert. Unser Ziel war es, den Familien auch an sonnigen Tagen schöne Erlebnisse zu bieten.

Außenbereich vom Indoor-Spielplatz Molli Bär mit Kletterburg und Gokart-Bahn
Der weitläufige Außenbereich im Indoor-Spielplatz Molli Bär bietet Klettergerüste, Rutschen und einen Gokart-Parcours. Foto: Molli Bär

Mein Vater leitete den Park mit großer Leidenschaft bis 2013, als er im Alter von nur 56 Jahren viel zu früh an den Folgen einer Herzerkrankung verstarb. Seitdem hat meine Mutter den Familienbetrieb weitergeführt. Zum 1. Januar 2026 haben nun meine Frau und ich in der nächsten Generation das Ruder übernommen. Unser erklärtes Ziel und der nächste große Meilenstein ist ein umfassender Modernisierungsschub – insbesondere, was unseren Markenauftritt betrifft. Aus dem klassischen Spielplatz soll die Molli-Bär-Abenteuer-Insel werden.

Bei über 20 Jahren Betrieb erlebt man sicher einiges – wie zum Beispiel die große Feuerwehr-Übung, die bei euch im Park stattfand. Welches Ereignis abseits des normalen Trubels ist euch bis heute im Gedächtnis geblieben?

Ermioni Kalamaras: Wir haben den Molli Bär Spielpark ja erst vor Kurzem übernommen und können noch nicht auf so viele Geschichten zurückgreifen. Aber eine unserer Parkleiterinnen, die seit Beginn dabei ist, hat sich an eine tolle Geschichte erinnert. Wir hatten ein älteres Ehepaar zu Besuch, das jedes Jahr an ihrem Hochzeitstag, gemeinsam mit ihren Enkeln, zu uns kam. Ihr Hochzeitslied war damals Lambada – und sie haben uns gefragt, ob wir das Lied kurz über die Bühnen-Anlage spielen könnten, damit sie dazu tanzen können.

Klar haben wir das gemacht! Und dann standen Oma und Opa auf der Bühne und haben mitten im vollen Park Lambada getanzt. Das war so ein unglaublich süßer und schöner Moment. Die Leute strömten zur Bühne, haben applaudiert und die Stimmung war einfach magisch. Schade, dass es damals noch keine Smartphones gab und wir das nicht filmen konnten! Aber im Nachhinein ist es genau so perfekt: Manche Erinnerungen sind einfach zu wertvoll für den Smartphone-Bildschirm. Sie bleiben stattdessen für immer im Kopf. Genau für solche Momente der puren Lebensfreude machen wir diesen Job.

Die Event-Branche und Freizeitparks haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Vor welchen Herausforderungen steht ein Indoor-Spielplatz heute im Vergleich zu den Anfangsjahren?   

Ermioni Kalamaras: Die größte und spürbarste Veränderung ist zweifellos die Digitalisierung. Als wir aufgewachsen sind, spielte die digitale Welt im Alltag oder beim Spielen schlicht keine Rolle. Damals dominierte die pure, analoge Fantasie. Heute wachsen Kinder ganz selbstverständlich mit Smartphones, Tablets und Konsolen auf.

Für uns als Betreiber gilt es, diese beiden Welten harmonisch miteinander zu verbinden:

  • Erhalt des klassischen Spiels: Es bleibt uns ein Herzensanliegen, die
    motorische Entwicklung und das freie, fantasievolle Spiel der Kinder zu fördern.
  • Integration digitaler Reize: Um am Puls der Zeit zu bleiben, müssen wir
    zeitgemäße, digitale Attraktionen schaffen, die die Neugier der Kinder wecken.
Laser-Labyrinth im Indoor-Spielplatz Molli Bär mit grünen und roten Laserstrahlen
Actionreiches Highlight im Innenbereich: Das Laser-Labyrinth im Indoor-Spielplatz Molli Bär fordert Geschicklichkeit und Schnelligkeit. (Foto: Molli Bär)

Die weitaus größere Herausforderung betrifft jedoch nicht die Attraktionen selbst, sondern unsere internen Abläufe. Nach über zwei Jahrzehnten liefen im Hintergrund noch extrem viele Prozesse analog ab. Hier hatten wir schlichtweg digitalen Nachholbedarf. Diesen packen wir nun konsequent an, um unsere Abläufe effizienter zu gestalten, besser planen zu können und das gesamte Team spürbar zu entlasten.

Ihr setzt die Modernisierung an allen Ecken um. Im September legt ihr eine kurze Pause ein, um im Oktober mit dem Relaunch durchzustarten. Wie genau sieht das neue Konzept für eure Besucher im Herbst aus?

Ermioni Kalamaras: Wir wollen die Geschichte rund um unser Maskottchen, den Molli-Bär, viel emotionaler und greifbarer in den Mittelpunkt rücken. Unser Ziel ist es, den Park von einer reinen Ansammlung von Attraktionen in eine zusammenhängende Erlebniswelt zu verwandeln.

Wir haben eigene Abenteuergeschichten rund um den Molli-Bär entwickelt, die die Kinder aktiv begleiten. Da wir im Außenbereich stark auf das Element Wasser setzen, verknüpfen wir das Ganze im Innenbereich nun mit einem dichten, atmosphärischen Dschungel-Konzept. Durch umfassende Maler-, Elektro- und Dekorationsarbeiten erschaffen wir ein echtes Dschungel-Feeling, das man mit allen Sinnen erleben kann. Auch in der Gastronomie wird es passend dazu einige spannende Neuerungen geben. Kurz gesagt: Unser geliebter Molli-Bär wird spürbar zum Leben erweckt.

Gemütlicher Innen- und Gastronomiebereich im Indoor-Spielplatz Molli Bär mit Palmen, Sitzgelegenheiten und Lichterketten
Stimmungsvolles Ambiente im Innenbereich: Gemütliche Sitzbereiche und Erlebniswelten sorgen für eine hohe Aufenthaltsqualität für die ganze Familie. (Foto: Molli Bär)

Wie sieht es im Hintergrund aus? Ihr habt ja einen technischen Relaunch angekündigt. Welche Abläufe – von der Online-Buchung bis zum Einlass – habt ihr digitalisiert, um eure Verwaltung zu entlasten?

Dr. Jan-Willem Olliges: Der erste große Schritt betraf unser Personalmanagement. Wir haben die gesamte Dienstplanung, Zeiterfassung und interne Kommunikation auf ein modernes, digitales System umgestellt. Unsere Mitarbeiter können ihre Schichten nun bequem per App einsehen und flexibel untereinander tauschen. Auch die Lohnabrechnung wird jetzt fehlerfrei und ohne Medienbrüche direkt aus dem System generiert – komplett papierlos. Zukünftig werden wir darüber auch digitale Checklisten, To-do-Listen und unser Hygienekonzept steuern.

Ermioni Kalamaras: Auf Empfehlung von 3POS haben wir hierfür das Tool Ordio eingeführt. Das Geniale daran: Die Daten von Ordio und die Kassenlösungen von 3POS greifen nahtlos ineinander und fließen direkt in unseren Übersichten zusammen.

Das absolute Herzstück der Digitalisierung ist jedoch unser neues 3POS-Kassensystem:

  • Datenbasierte Entscheidungen: Unser altes System war schlichtweg veraltet.
    Wichtige Kennzahlen ließen sich nur unter enormem Aufwand auswerten. Jetzt
    haben wir alle relevanten Geschäftsdaten auf Knopfdruck parat.
  • Vereinfachte Buchhaltung: Vorbei sind die Zeiten, in denen wir mit dem USB-Stick zum Steuerberater laufen mussten. Heute exportiert das System alle Daten
    und schickt sie direkt an die Kanzlei.
  • Cloud-basierter Live-Zugriff: Da 3POS vollständig cloudbasiert arbeitet, haben
    wir – egal ob von zu Hause aus, von unterwegs oder aus dem Urlaub – über das
    Smartphone oder den Laptop vollen Echtzeit-Zugriff auf das gesamte Business.

Viele Betreiber scheuen den Wechsel des Kassensystems, aus Angst vor Ausfallzeiten oder tagelangem, technischem Chaos im laufenden Betrieb. Wie lief die Installation und die Datenumstellung bei euch ab?

Ermioni Kalamaras: Im Vorfeld haben wir unsere Altdaten gründlich bereinigt, um mit einem absolut sauberen System neu zu starten. Dank der hervorragenden Vorbereitung lief die eigentliche Installation wie im Lehrbuch: Der Techniker traf um 11:00 Uhr bei uns ein, und als wir um 15:00 Uhr die Tore für die Gäste öffneten, war das System komplett startklar und das Team einsatzbereit. Selbst eine unvorhergesehene Verzögerung bei der Freischaltung der EC-Terminals wurde blitzschnell gelöst.

Ein ganz entscheidendes Argument für 3POS war für uns die Nahtlosigkeit der Plattform:

  • Integrierter Online-Shop: Früher nutzten wir einen externen Drittanbieter. Das
    führte dazu, dass online getätigte Buchungen im Kassensystem vor Ort weder
    sichtbar noch stornierbar waren. Heute läuft alles auf einer einzigen Plattform
    zusammen. Buchen Kunden online, sehen unsere Mitarbeiter das sofort in
    Echtzeit auf ihrem Bildschirm. Ein echter Game-Changer!
  • Barcode-Scanner im Kioskbereich: An unserem Kiosk bieten wir über 100
    verschiedene Artikel an. Früher mussten die Servicekräfte diese mühsam
    manuell im System suchen. Heute scannen wir 99 % der Artikel einfach ab. Für
    die wenigen Produkte ohne Barcode gibt es eine übersichtliche Schnellwahlliste
    direkt am Scanner. Das minimiert Fehler und macht das Onboarding neuer
    Mitarbeiter extrem einfach.

Dr. Jan-Willem Olliges: Dass dieser Mammut-Wechsel an nur einem einzigen Vormittag völlig ohne Ausfallzeiten über die Bühne ging, verdanken wir vor allem meiner Frau. Sie hat sich im Vorfeld unglaublich tief in das System eingearbeitet und die Datenbasis perfekt vorbereitet.

Indoor-Spielplatz Molli Bär Kassensystem Kundenmonitor

Neben dem Kassensystem habt ihr auch euer Ticketsystem auf EventBee umgestellt, über das die beliebten Geburtstagspakete laufen. Wie läuft dieser Buchungsprozess jetzt ab und wie viel administrativen Aufwand spart euch?

Ermioni Kalamaras: Wir haben tatsächlich den Mut besessen, am Tag der Kassenumstellung auch gleich das neue Ticketsystem EventBee live zu schalten. Das war zugegeben ein intensiver Tag, aber es hat sich vollends ausgezahlt.

Die Kindergeburtstage sind ein tragendes Fundament unseres Erfolgs. Eltern können nun ganz bequem über unsere Website ihr Wunschpaket konfigurieren. Das System führt sie spielerisch durch den Prozess:

  1. Auswahl eines unserer vier Geburtstagspakete (inklusive Attraktionen, Speisen
    und Getränken).
  2. Festlegung der Gästeanzahl (mindestens 5 Kinder + Geburtstagskind und
    minimum 1 Erwachsener).
  3. Flexibles Hinzubuchen von Extras wie Snackplatten, Vitamin-Bomben oder
    zusätzlichen Getränken.
  4. Direktbuchung des Wunschtermins.
Dekorierter Geburtstagsbereich im Indoor-Spielplatz Molli Bär im Dschungel-Design mit Maskottchen-Wandbild
Perfekt für den Kindergeburtstag: Die neu gestaltete Dschungel-Erlebniswelt im Indoor-Spielplatz Molli Bär bietet themenpassend dekorierte Sitzbereiche. (Foto: Molli Bär)

Dr. Jan-Willem Olliges: Für uns als Betreiber ist das ein Segen: Wir pflegen im Vorfeld einfach unsere Kapazitäten im System ein, wodurch Überbuchungen technisch ausgeschlossen sind. Der gesamte manuelle Kontrollaufwand fällt weg. Keine Zettelwirtschaft mehr, keine endlosen Telefonate während des laufenden Betriebs. Das Team am Counter sieht sofort alle Details – vom Namen und Alter des Geburtstagskindes bis hin zu den gebuchten Extras – übersichtlich auf einen Blick.

Wie klappt die Einarbeitung der Mitarbeiter im Alltag, welchen Unterschied merkt ihr bei der Servicequalität für die Kunden und wie nutzt ihr das System als Nächstes für eure Gastronomie?

Dr. Jan-Willem Olliges: Die Benutzeroberfläche ist extrem intuitiv gestaltet. Einmal sauber aufgesetzt, erklärt sich die Bedienung fast von selbst. Wir verzeichnen seit der Umstellung spürbar weniger Kassenfehler, minimale Differenzen und kaum noch manuelle Stornierungen.

Und genau hier schließt sich der Kreis zu unseren Gästen: Wenn der Stress und die Fehlerquellen im Hintergrund verschwinden, hat das Team den Kopf frei für das Wesentliche. Das sorgt für eine deutlich höhere Service- und Aufenthaltsqualität – und das ist schließlich unser primäres Ziel.

Der nächste logische Meilenstein ist die Warenwirtschaft. Wir haben kürzlich einen neuen Gastronomie-Leiter eingestellt, der unser kulinarisches Angebot Schritt für Schritt modernisieren wird. Künftig müssen wir keine Bestände mehr mühsam per Handzettel zählen. Sobald alles im System hinterlegt ist, können wir in der Kasse mit
wenigen Klicks sehen, wenn Bestände knapp werden und Nachbestellungen anstehen. Das spart uns im Alltag wertvolle Zeit, die wir lieber in das Lächeln unserer kleinen und großen Gäste investieren.

Vielen Dank für das schöne Gespräch und die spannenden Einblicke! Für den digitalen Relaunch und das Jubiläumsjahr wünschen wir dem gesamten Team von Molli Bär weiterhin viel Erfolg – auf die nächsten 21 Jahre!


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